19.10.2011 – Endlich Sonne

Sewastopol hat sich keine Mühe gegeben uns den Abschied schwer zu machen!
Es regnete in Strömen. Nachdem die Rucksäcke gepackt waren, machten wir uns mal wieder auf den Weg zum Busbahnhof. Bei dem Wetter und mit den Rucksäcken hatten wir keine Lust zu laufen, aber busfahren war auch nicht ganz leicht. Bis wir einen Bus gefunden hatten, der ganz sicher zum (Bus)Bahnhof fuhr und in den wir auch einsteigen konnten / durften, waren wir ziemlich nass. Im Fahrkarten kaufen habe ich es ja mittlerweile beinahe zur Perfektion gebracht, insofern saßen wir kurze Zeit später im trockenen Bus nach Jalta. Und kaum hatten wir Sewastopol hinter uns gelassen, hörte der Regen auf und als wir auf der einen Seite die Berge und auf der anderen das Meer sahen, kam sogar die Sonne raus. Das Schwarze Meer ist übrigens gar nicht schwarz, sondern ziemlich türkis!
Jalta machte es uns leicht die Stadt zu mögen. Das Wetter war gut, die Menschen irgendwie entspannter und die Stadt machte einen aufgeräumten Eindruck. Noch eine Mashrutka (Minibus)- Erfahrung wollten wir uns erstmal ersparen und haben einem Taxifahrer das Geschäft des Monats verschafft. Naja, dafür kamen wir bequem und schnell am Apartment an, wo uns Tatjana schon erwartete und uns ungeachtet unserer offensichtlich sehr dürftigen Russischkenntnisse in einem Wahnsinnstempo (auf Russisch) alle Türschlösser und was sonst noch wichtig ist erklärte.
Die Wohnung ist wirklich perfekt. Groß, sauber, super gelegen… Im Internet kostet sie 60 $ die Nacht und wir sind schon ziemlich glücklich mit unserem 30 € – Schnäppchen. Ein Balkon hat das Schnäppchen auch, von dem hat man einen super Blick auf die Leninstatue am Anfang der Strandpromenade. Die Wohnung liegt in der Rooseveltstraße, direkt am Leninplatz. Findet das noch jemand seltsam Lenin und Roosevelt so nah beieinander zu finden?
Nachdem wir die Wohnung inspiziert, für gut befunden (Fußbodenheizung im Bad!) und bezahlt hatten, spazierten wir wie ordentliche Touristen die Promenade entlang und aßen etwas in einem Restaurant an eben dieser Promenade. Die Sonne schien, das Meer glitzerte, es gab Kaffee und Palmen: das fühlt sich langsam an wie Urlaub!

Um die Entspannung perfekt zu machen, wollten wir dann noch einkaufen, damit wir einen ganz erholsamen Abend in der Wohnung verbringen können. Leider haben wir keinen Supermarkt gefunden, nur viele Tante-Emma-Läden und dann einen Laden, der sozusagen viele Tante-Emma-Läden unter einem Dach vereint. In jedem Fall musste man der mal mehr, mal weniger motivierten Dame hinter dem jeweiligen Tresen (es gab verschiedene für Milchprodukte, Getränke, Fleischwaren usw.) sagen, was man kaufen will. Und endlich wollten wir mal was kaufen, dessen russische Bezeichnung wir im Russischunterricht gelernt haben. Nicht immer nur SIM-Karten und Schlafwagentickets, sondern масло, хлеб und молоко. Und пиво, das haben wir zwar nicht in der Schule gelernt, war uns aber trotzdem geläufig. Der Abend ist gerettet und das morgige Frühstück auch.
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Und somit habe ich den Rückstand beim bloggen wieder aufgeholt, kann mich bequem zurück lehnen und im Reiseführer schonmal was über den Livadia-Palast lesen, den wir morgen besichtigen wollen (dort fand 1945 die Jalta-Konferenz statt, bei der Stalin, Roosevelt und Curchill unter anderem beschlossen hatten, Deutschland aufzuteilen).

2 Gedanken zu „19.10.2011 – Endlich Sonne

  1. Boah ey, bei dem Frühstück könnte man ja echt neidisch werden 🙂

    Und ich bin stolz auf mich, konnte ich doch Lesen, was ihr gekauft habt!
    Sofaman und ich schauen mal nach, wie das Hostel in Odessa hieß. Das Mädel, welches dort arbeitet, kommt übrigens aus Deutschland (soweit ich mich erinnern kann). Allerdings bin ich mir gerade nicht ganz sicher, ob das Hostel ganzjährig als Hostel dient, oder nur im Sommer.

    Euch noch viel Spaß und spannende Erlebnisse.
    Jim

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