22.10.2011 – Koktebel wir kommen (vielleicht)

Vorweg die Antwort auf die Zwischenfragen: wir haben durchaus was gelernt bisher und es war gar nicht so anstrengend wie sich das vielleicht anhört.

Das Wetter in Jalta war super (Sonnenschein und ca. 17 Grad) aber nicht wirklich Badewetter. Zumal die Strände in Jalta auch nicht so richtig zum Baden einladen: sie sind steinig, schmal und von hässlichen Betonmauern umgeben. Das Meer ist sehr klar und türkis – klingt verlockend, aber dadurch sieht man auch die Unmengen von Quallen und das ist dann nicht ganz so verlockend…

Mittags verabschiedeten wir uns schweren Herzens von unserem Luxusapartment und machten uns auf den Weg zum Busbahnhof. Vor drei Tagen im Taxi kam uns die Strecke weniger lang vor.
Wir waren fest davon überzeugt, dass es einen Bus von Jalta nach Koktebel geben müsse. Gibt es aber (scheinbar? offenbar?) nicht.
So richtig hilfreich war die Dame am Busfahrkartenschalter nicht. Sie antwortete auf meine Frage: „Gibt es einen Bus nach Koktebel?“ nur kurz angebunden mit Нет.
Hm, nun hatten wir uns aber in den Kopf gesetzt dorthin zu fahren und auch schon ein Zimmer reserviert, also Plan B: wir fahren nach Feodosia (was von Jalta aus ca. 15 km hinter Koktebel liegt). Während in alle anderen Richtungen die Busse im 15-Minuten-Takt fahren, fuhr unserer erst in anderthalb Stunden und zu meiner Überraschung sollte die Fahrt knapp fünf Stunden dauern (meine Überraschung war allerdings ein bisschen naiv, denn schließlich kannte ich die Straßen und die Busse und Berge gibt es hier auch).
Ich habe jedenfalls was von der Landschaft gesehen. Von Feodosia allerdings nicht, denn es war schon dunkel, als wir dort ankamen. Aber immerhin hatte der Busfahrkartenverkaufsschalter noch offen.

Die Preise für Fahrkarten – unter anderem nach Koktebel – waren dort ausgehängt, blöd nur, dass von diesem Busbahnhof kein Bus dorthin fuhr.
Aber ich bin ja lernfähig: Dinge, von denen man sich wünscht sie wären ausgeschildert, sind es nicht. Und Dinge, die ausgeschildert sind, müssen noch lange nicht so sein, wie es dargestellt wird. Es gibt Preistafeln für Busverbindungen, die nicht existieren, im Restaurant hängen übermäßig viele „Rauchen verboten“ – Schilder, aber es steht ein Aschenbecher auf dem Tisch…
Auf meine Frage hin erklärte mir die junge Fahrkartenverkäuferin, wo die Busse nach Koktebel abfahren. Ich habe es leider nicht verstanden und wir haben ein Taxi genommen.
Nun sind wir im Hotel, wo man von unserer Reservierung nichts wusste und nicht ein Wort ausländisch spricht und hoffen, dass morgen die Sonne scheint und Koktebel tagsüber nicht ganz so verlassen ist wie samstags Abends.

(Auch wenn das jetzt möglicherweise etwas frustriert klingt, es war ein ganz spannender Tag und wir haben ja auch ein Hotelzimmer bekommen und ein offenes Restaurant gab es auch. Alles in Ordnung.)