Angkor: der erste Tag

Irgendwann Mitte der 90er habe ich im National Geographic Magazin einen Artikel über Angkor Wat gelesen und seit diesem Moment wollte ich das mit eigenen Augen sehen. Nun war es soweit.

Nach dem Aufstehen (also später als die meisten anderen Touristen) haben wir erstmal gefrühstückt und danach einen der Tuktukfahrer vor dem Hotel in Lohn und Brot gebracht.
Wir haben uns erstmal die kleine Tour vorgenommen, das sind die bekanntesten Tempel.
Zuallererst mussten wir uns ein Ticket kaufen, wir haben uns für einen 3-Tages-Pass entschieden, denn Angkor besteht aus viiiiielen Tempeln, die sich auf einem Gebiet von ca. 400 Quadratkilometern verteilen.
Wenn man auch nur einen Bruchteil davon sehen will, braucht man erstens Zeit und zweitens ein Fortbewegungsmittel. Die angesprochene kleine Runde ist 17 Kilometer lang. Dabei sind die Wege innerhalb der einzelnen Tempel noch nicht mitgerechnet und im Übrigen ist es auch heiß hier. Sehr heiß!

Die einzelnen Tempel liegen in einer großen, mehr oder weniger bewaldeten Parkanlage, in der es auch ein paar Dörfer gibt. Die verschiedenen Tempel sind durch Straßen miteinander verbunden und entweder fährt man wie wir mit dem Tuktuk von A nach B, oder mit dem Fahrrad, dem Auto oder dem Bus. Wobei die Busse nicht überall hinzukommen scheinen.

Unser Fahrer Lee hat uns zuerst vor Angkor Thom abgesetzt, was wiederum aus mehreren Tempeln besteht. Einer davon ist Bayon, in dessen Fassade und Türmen viele Gesichter eingemeißelt sind.

Das ist schon sehr beeindruckend. Jahrhunderte alte Tempel, die nun in mühevoller Kleinarbeit konserviert und restauriert werden und mittendurch rennen Horden von Touristen, fassen alles an, setzen sich auf filigran verzierte Brüstungen und klettern an der Fassade hoch. Es tut weh das zu sehen, weil auf die Art und Weise in absehbarer Zeit nichts mehr übrig sein wird. Und das wäre sehr schade, denn es ist wirklich extrem beeindruckend, was die Khmer da vor vielen Jahren in den Dschungel gebaut haben.

Nach Angkor Thom war ich komplett durchgeschwitzt (viele der Tempel haben mehrere Etagen und das ist eine ganz schöne Kraxelei bei 33º im Schatten, wobei nicht überall Schatten war). Gottseidank gibt es im Tuktuk ein bisschen Fahrtwind, und sogar ein bisschen mehr, wenn man mit dem schnellsten Tuktukfahrer Kambodschas unterwegs ist. Mit Lee hätten wir von Phnom Penh nach Siem Reap keine 8,5 Stunden gebraucht!

Weiter ging es nach Ta Prohm, der Tempel in dem „Tomb Raider“ gedreht wurde. Hier hat sich die Natur mehr als an anderen Stellen im Park ihr Gebiet zurück erobert.
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Wir waren nicht allein da.
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Trotz der vielen Besucher gibt es immer wieder Stellen, an denen man allein ist. Man hört dann die Tiere in den Bäumen (hauptsächlich Vögel und Affen) und kommt nicht umhin die Baukunst der Khmer und die Arbeit der Restauratoren zu bewundern.

Als letzter Tempel der Runde stand noch der berühmteste von allen auf dem Plan – Angkor Wat.
Auch da waren wir nicht so wirklich allein.
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Aber trotz der ganzen Menschen, trotz der Hitze und der mittlerweile schmerzenden Füße, wenn man diesen Weg, den man auf dem Foto sieht langegangen ist und das erste Tor durchquert hat, dann haut es einen erstmal um. Es ist majestätisch, es ist groß und ich hab Gänsehaut bekommen.
Ich habe in den letzten Monaten viele Fotos von Angkor Wat gesehen und viel drüber gelesen, aber die Wirkung, die es „in echt“ hat, kann man weder mit Bildern, noch mit Worten gut beschreiben.

Trotz aller Begeisterung, es waren dann auch genug Tempel für einen Tag. Mir taten die Füße weh, ich war verschwitzt und eingestaubt und wollte nur noch duschen und eine Weile die Füße hoch legen.
Mein bekloppter Freund wollte stattdessen Joggen! Damit hier keine Missverständnisse aufkommen: der war bei der ganzen Tempelaktion dabei. Nun ja, solange ich nicht mitjoggen muss…

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  1. Mummi
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