Die Killing Fields

Wie angekündigt haben wir etwas wenig amüsantes unternommen und deshalb gibt es auch leider nichts amüsantes darüber zu erzählen.

Zuerst waren wir im Tuol Sleng Museum, welches früher eine Schule war und dann zu einem Foltergefängnis umfunktioniert wurde. Und weil die Stimmung nun schon mal so richtig schlecht war, sind wir danach zu den Killing Fields gefahren, immerhin war das auch der Weg der Insassen des Gefängnisses. Nur mit dem Unterschied, dass wir bei Sonnenschein, satt und zufrieden, mit einem hervorragenden Audioguide ausgestattet ,über das Areal gewandert sind und nicht abgeschlachtet und in Massengräbern verscharrt wurden.

Das einzige Foto was ich dort gemacht habe, war dieses hier:

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Es ist beinahe unfassbar, was Menschen anderen Menschen anzutun im Stande sind. Nur beinahe, denn schließlich kann man von ähnlichen Greueltaten in jedem Geschichtsbuch und in jeder Tageszeitung lesen.

Als wir beide Orte besichtigt hatten und mit bleichen Gesichtern und verquollenen Augen wieder ins Tuktuk stiegen, fragte uns der Fahrer (er war ca. 20 Jahre alt, schätze ich mal), ob wir nun noch zum Schießstand wollten, der wäre nur 5 Minuten entfernt. Echt jetzt? Wir standen gerade vor einem Baum, an dessen Stamm Babies erschlagen wurden, so dass ihr Schädel platzte, und jetzt sollen wir mit ner AK 47 zu unserem Vergnügen in der Gegend rumballern?

Nun ja, ich war stattdessen Schuhe kaufen, was sich auch irgendwie falsch anfühlte, aber meine alten hatten sich aufgelöst und der Markt lag auf dem Rückweg. Andererseits, was hätte sich nicht falsch angefühlt, nachdem einem gerade die Grausamkeiten, die Menschen Menschen antun auf sehr unmittelbare Weise vor Augen geführt wurden?

Und jetzt geht es ans Meer. Nicht nur das, sondern nach Kep, was für seine Krabben berühmt ist. Und da ich Krustentiere (fast) aller Art liebe, bin ich schon sehr vorfreudig.

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  1. Mummi