Wo der Pfeffer wächst.

Die Region um Kep ist für zwei Dinge bekannt (nicht unbedingt über die Landesgrenzen hinaus): Krabben und Pfeffer.

Krabben finde ich super, zu Pfeffer hatte ich bisher keine Meinung, aber es ist ja nie zu spät was dazuzulernen. Also beschlossen der Chef und ich eine Pfefferplantage zu besuchen.

In Kep gibt es aus irgendeinem Grund gut ausgebaute Straßen und wenig Verkehr. So wenig Verkehr, dass wir uns ein Mofa mieteten und selbstständig dahin fuhren, wo der Pfeffer wächst (ich schreibe diesen Artikel eigentlich nur, um diese Phrase unterzubringen).
Das war ganz interessant! Wusstet ihr, dass weißer, schwarzer und roter Pfeffer aus exakt der gleichen Pflanze gewonnen wird und dass nur der Zeitpunkt der Ernte und die anschließende Behandlung über Farbe und Geschmack entscheidet? Habt ihr schon mal Pfeffer direkt von der Pflanze gegessen? Ich bis dato nicht.

So sieht eine Pfefferpflanze übrigens aus:

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Nach dem Pfeffer wollten wir schwimmen. Kep liegt zwar am Meer und hat auch einen Strand, das lädt aber alles irgendwie nicht so richtig zum Baden ein. In Broschüren und in unserem Reiseführer wurde ein Strand, der sogenannte „Secret Beach“ erwähnt, der ca. 20 km entfernt ist – da wollten wir hin!

So ein Strand wäre nicht besonders „secret“, wenn er leicht zu finden wäre! Wir suchten also ein Weile, sehr zur Freude der Kinder in den Dörfern, durch die wir fuhren. Die winkten uns nämlich ganz aufgeregt zu und riefen „Hello“ und freuten sich wie Bolle. Da fühlt man sich schon seltsam, wenn jedes! Kind sich einfach nur ganz doll freut, weil Du (mit Deinen blonden Haaren und Deiner weißen Haut) vorbei fährst. Man will die Kinder nicht enttäuschen (manche werfen einem Kußhände zu) und winkt zurück und ruft auch „hello“. Also ich jedenfalls. Und komme mir ein bisschen blöd dabei vor.

Nach dem einen oder anderen mittelgroßen Umweg (die Wegbeschreibung war etwas unpräzise und die Beschilderung auf Nebenstraßen ausschließlich in Khmer) haben wir den Strand erreicht. Und sind unverrichteter Dinge gleich wieder abgefahren und haben stattdessen irgendwelche Höhlen besichtigt.

Abseits der Städte gibt es (soweit wir das mitbekommen) keine Müllabfuhr. Bis vor 20 Jahren war das vermutlich auch kein Problem: die Essensreste fressen die Tiere und der Rest (Autoreifen, Metallteile etc.) wird recycelt.
Dann wurde auf einmal alles in Plastik und Styropor verpackt. Und das liegt nun überall in der Gegend rum, in größeren Mengen auch am „Secret Beach“. Die Kambodschaner scheinen das irgendwie ausblenden zu können, ich nicht so. Also kein entspannter Nachmittag am Strand und kein Bad im Meer. (Das haben wir dann an anderer Stelle nachgeholt und weil es da kein Internet gab, erscheint dieser Artikel nun verspätet).