Kultur und Kaufrausch in Yogyakarta (Teil 1)

Nach unserem Ausflug ans Meer ging es weiter nach Yogyakarta – wieder mit dem Zug, aber diesmal haben wir uns die 2. Klasse gegönnt („Bisnis“-Klasse).

insel java indonesienUnd weil wir grad beim Geldausgeben waren, sind wir nicht mit dem Bus, sondern mit Auto samt Fahrer zum Bahnhof gefahren.

Dort hätten wir (als „Bisnis“-Klasse-Kunden) im klimatisierten „VIP“ – Warteraum auf unseren Zug warten dürfen, wir haben es aber dann doch vorgezogen auf einer stinknormalen Bank am Bahnsteig zu warten und das Treiben an diesem Provinzbahnhof zu beobachten. Eisenbahn nehmen die hier sehr ernst und bedarf auf jeden Fall sehr viel Personal in den unterschiedlichsten Uniformen.

So ein „Bisnis“-Zug macht erstmal auch nicht viel her, aber man hat auf jeden Fall mehr Platz als im „Ekonomi“-Zug, bequemere Sitze und das Angebot an Essen und Trinken ist auch umfangreicher.

Am frühen Nachmittag waren wir dann in Yogyakarta und bezogen unser Zimmer im 4-Sterne-Hotel, das aus irgendeinem Grund weniger als 20 € pro Nacht (pro Doppelzimmer) kostete. Ich bin mir nicht sicher, ob das noch Backpacking ist, aber das Zimmer ist super!

yogyakarta sonnenuntergang

Trotzdem haben wir es für eine Runde durch die Stadt auf der Suche nach Abendessen noch verlassen. Dabei bin ich blöd gestolpert, hingefallen und habe mir das Knie aufgeschürft – vor dem Essen mussten wir also noch Pflaster suchen, denn die mitgebrachten hatte ich alle schon für verschiedene andere Wunden verbraucht. Mit den ganzen Mückenstichen aus Pangandaran und den Pflastern sehen meine Beine etwas mitgenommen aus. Nun ja.

Nach dem Ausschlafen im 4-Sterne-Bett spazierten wir durch die Stadt. Was bei 31°C, extremer Luftfeuchtigkeit und ohne Fußwege ein klitzekleines bisschen anstrengend war.
Dabei waren wir zum Beispiel auf dem Markt.

markt yogyakarta indonesien

Auf dem Weg zum Sultanspalast (dem Kraton), wurden wir von einem Mann angesprochen, der gerade auf seinen Sohn wartete. Da es sowieso gerade anfing zu regnen setzten wir uns zu ihm und er gab uns ein paar Tipps zu Sehenswürdigkeiten in und um Yogyakarta. Zum Beispiel, dass der Kraton donnerstags besonders voll sei, da Schulklassen an diesem Tag dort freien Eintritt haben. Nun war gerade Donnerstag und sehr viele Schulklassen liefen an uns in Richtung Sultanspalast vorbei. Kurzerhand verschoben wir den Besuch des Kraton auf einen anderen Tag und liefen weiter durch die Stadt – diesmal in Richtung eines bestimmten Batik-Workshops.

yogyakarta strasse

Und schon ergab sich die nächste Unterhaltung, diesmal mit einem Automechaniker, der großer Fußballfan ist und es sehr bedauerte, dass er ausgerechnet an diesem Tag sein Lazio Rom T-Shirt und nicht das Bayern München Trikot trug. Wir werden ständig von Menschen angesprochen, die ihr Englisch mit uns üben wollen (der eine oder andere will einem auch was verkaufen, viele wollen sich aber tatsächlich nur unterhalten). Einer hat sein (ausgezeichnetes) Deutsch mit uns geübt, er hatte in den 80ern an det HdK in Berlin studiert.

yogyakarta java

Kann mal bitte jemand ausprobieren was passiert, wenn man in Deutschland jeden fremd aussehenden Menschen fragt, wo er oder sie herkommt, was die weiteren Pläne für die Reise sind, wie es einem so gefällt und was man von deutschem Essen hält?!

Der Automechaniker zeigte uns dann den Weg zur „Yogyakarta Art School“, wo Studenten die alte Kunst der Batik lernen bzw. studieren. Außerdem kann man dort auch Batik-Bilder kaufen (was wir angehenden Kunstsammler dann auch tatsächlich gemacht haben).

Dann haben wir noch einen Ausflug für den nächsten Tag organisiert: zwei Tempel und ein Vulkan. Um das alles unterzukriegen mussten wir früh los – um 5 Uhr werden wir abgeholt.

Wie das so war und was uns zwischendurch ordentlich durchgeschüttelt hat, folgt (später) in Teil 2.

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