Endlich wieder Tempel

Wir haben Phnom Penh gestern verlassen und sind nun in Siem Reap – der Stadt bei den Tempeln von Angkor.
Die Busfahrt verlief beinahe störungsfrei – die Straße wurde in den letzten zwei Jahren zum großen Teil erneuert, so dass die Fahrt nicht so holprig war wie damals. Allerdings sah der Busfahrer keinen Tag älter als 14 aus. Und dass wir ab und zu anhielten und der Fahrer irgendwas an der Lenkung überprüft hat, ging nicht unbedingt als vertrauensbildene Maßnahme durch. Aber wir sind ja heil angekommen.

Die naheliegenden Tempel (im wörtlichen wie im übertragenen Sinne) hatten wir 2014 besichtigt, deshalb wollten wir heute mit dem 35 Kilometer entfernten Banteay Srei anfangen, den kannten wir nämlich noch nicht. Da müssten wir aber erstmal hin und das Verkehrsmittel unserer Wahl war ein Motoroller, den wir gemietet hatten. Man will sich ja den lokalen Gepflogenheiten anpassen.

Findet ihr es auch merkwürdig, dass die Jungs vom Mopedverleih keinen Führerschein sehen wollten? Immerhin mussten wir einen Pass als Sicherheit hinterlegen. Meine Frage nach irgendwelchen Versicherungen wurde höflich lächelnd verneint… Auf ins Getümmel!

Der Verkehr in Siem Reap ist nicht ganz so chaotisch wie der in Phnom Penh und wenn man erstmal aus der Stadt raus ist, dann ist auf den Straßen nicht viel los. Außerdem ist ja der Chef gefahren und ich brauchte mich hinten nur festklammern und ab und zu mal die Augen schließen.

Unser Roller hatte ordentlich Power und sicherlich mehr als die 50ccm Hubraum, für die wir nen Führerschein hatten, aber das konnten die vom Verleih ja nicht wissen. Jedenfalls haben wir unser Ziel ziemlich flott erreicht.

Der Banteay Srei ist eher klein, aber unglaublich detailreich verziert. Und mehr als 1000 Jahre alt.
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Getreu dem Motto „ein Tempel ist kein Tempel“ brauchten wir noch ein Ziel. Die berühmten Tempel kamen nicht in Frage, denn dorthin dürfen Ausländer nicht mit dem Moped fahren. Also fuhren wir noch 10 Kilometer weiter zum Phnom Kbal Spean.

Den hatte der Chef ausgesucht, denn ich wäre wahrscheinlich von selbst nicht auf die Idee gekommen, bei 35 Grad 2km berghoch zu kraxeln.

Tempelmäßig war das, was uns oben auf dem Hügel erwartete nicht ganz so spektakulär, das lag hauptsächlich an der Jahreszeit. Momentan herrscht in Kambodscha Trockenzeit – d.h. der Wasserfall oben auf dem Berg tröpfelte nur ganz seicht vor sich hin. 2 Italiener fingen fast an zu weinen vor Enttäuschung… Wir liefen einfach wieder runter und schwangen uns aufs Moped.

Das musste dann mal betankt werden und es gibt hier zwar durchaus auch richtige Tankstellen mit Zapfsäulen und so, Mopeds werden aber traditionell so betankt:
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Und ja: Flipflops mit Socken sind nicht unüblich.

In der Nachmittagssonne fuhren wir dann wieder zurück, vorbei an den momentan staubtrockenen Reisfeldern, auf denen Kühe grasen und vorbei an den Dörfern, in denen die Familien vor den Häusern und Hütten zusammensaßen. Die Kinder kamen gerade aus der Schule zurück und die ganzen Touristen fuhren in ihre Hotels, den Tempelstaub abduschen.

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