grauer Alltag

Heute ist nicht nur ein stinknormaler Dienstag, sondern auch der Monatsfünfte – da fragt Frau Brüllen traditionell „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?“

Wie schon in den letzten Nächten wache ich irgendwann viel zu früh und ohne Grund auf, aber den Straßengeräuschen nach zu urteilen ist es schon fast 6 Uhr (Aufstehzeit). Ich mache die Augen trotzdem nochmal zu und warte auf das Weckerklingeln.

Unter der Dusche erinnere ich mich, was ich in der Nacht geträumt habe und wundere mich: ich sah Alexander Gauland in einem Restaurant sitzen und bin zu ihm gegangen um ihm meine Meinung zu seiner Politik, seiner Partei und zu seinen öffentlichen Äußerungen mitzuteilen. Allerdings kann ich mich nicht erinnern, ob ich das (im Traum) auch gemacht oder nur vorgehabt habe … Seltsam. Ich würde ja viel lieber von netten Menschen träumen.

Fünf vor sieben verlasse ich das Haus und laufe durch den Nieselregen zur S-Bahn. Vor mir zieht eine Frau ihren Rollkoffer über das Kopfsteinpflaster und ich bin kurz davor ihr anzubieten den Koffer zu tragen, so sehr nervt mich dieses Geräusch. Mach ich dann aber doch nicht.

In der vollen S- und U-Bahn ignorieren sich die Menschen so gut es geht und ich stehe pünktlich um 20 vor acht beim Kaffeeladen. Ein kleines bisschen Aufregung stellt sich ein, als die Kollegin (die sonst immer vor mir im Büro ist) noch nicht an ihrem Platz sitzt, als ich mit meinem Kaffee ankomme. Kurz bin ich besorgt, dass sie krank sein könnte und ich ihren Job heute machen muss, aber  die Sorge ist unbegründet und sie spaziert pünktlich ins Büro.

Den ganzen Arbeitstag lang beschäftige ich mich heute mit Zahlen – ich betrachte sie aus allen Blickwinkeln, sortiere sie, ziehe Schlüsse draus und bastele schöne Diagramme aus ihnen. Ich mag das (sonst mache ich meist „was mit Menschen“) und freue mich über die Abwechslung.

Als die Konzentration nachlässt, spiele ich kurz mit dem heutigen Google-Doodle  und irgendwann ist dann auch Feierabend und ich mache mich auf den Heimweg. Momentan ist ja diese Zeit des Jahres, in der ich im Dunklen zur Arbeit fahre und im Dunklen wieder nach Hause. Ich mag das nicht. Zum Glück gibt es Tageslichtlampen.

Zu Hause werfe ich mich mit dem Kindle aufs Sofa und lese ein Stündchen. Jetzt werde ich gleich noch was essen und dann die neue (und letzte) Folge der 2. Staffel von „Berlin Station“ auf Netflix gucken. Ich finde es unterhaltsam so eine typische amerikanische Fernsehserie zu gucken, die in Berlin spielt. Zum Teil mit deutschen Schauspielern und Bezug nehmend auf das tagespolitische Geschehen in Deutschland. Außerdem gibt es in dieser Serie interessante weibliche Figuren (die auch noch über 40 sind) und das obwohl die Hauptpersonen männlich sind.

 

4 Gedanken zu „grauer Alltag

  1. Ich bin den Jetlag noch nicht los und quäle mich durch die bleigraue Stadt.Ständig vergesse ich irgend etwas. Ich muß unbedingt ein total grünes Foto drucken.

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