Urlaubsreif

leuchtendes Notausgangsschild

Es ist der 5. des Monats und Frau Brüllen fragt schon wieder „Was machst du eigentlich den ganzen Tag?„. Ich erzähle einfach mal….

Der Wecker ist auf unsäglich frühe 5:45 Uhr gestellt, aber bereits kurz vorher gibt mein Handy komische Geräusche von sich. KATWARN warnt vor Blitzeis. Ich fahre ja nicht mit dem Auto und mache mir erstmal keine weiteren Gedanken.

Der Chef und ich wollen heute direkt nach der Arbeit mit dem Zug nach Frankfurt am Main fahren, weil wir dort morgen früh in den Flieger nach Asien steigen wollen. Der Rucksack war schon gepackt und ich stiefel gegen halb sieben los Richtung S-Bahn. Nicht ohne vorher mehrmals kontrolliert zu haben, ob ich meinen Pass denn auch dabei habe.

Unten vor der Haustür stelle ich fest – KATWARN hatte recht. Glatt, Blitzeis, Vorsicht! Ich schlittere mehr schlecht als recht zum Bahnhof und fahre zur Arbeit. Während der Fahrt gehe ich all die Dinge im Kopf durch, die ich unbedingt heute noch erledigen will / muss / sollte. Im Prinzip sollte ich das wohl alles schaffen.

Als ich aus dem Bahnhof beim Arbeitsplatz komme, habe ich das Blitzeis schon wieder vergessen und falle erstmal hin. Aua. Mit dem großen Rucksack auf dem Rücken und bei spiegelglatten Gehwegplatten ist es nicht so leicht wieder auf die Füße zu kommen.

Im Büro schwant mir Böses, denn es sitzen deutlich weniger Leute dort als eigentlich geplant waren. Die Hoffnung, dass die sich nur verspäten dauert ungefähr so lange an, bis ich mein Mailprogramm geöffnet habe und die Krankmeldungen sehe. Ich disponiere also ein bisschen um und habe ein schlechtes Gewissen den Kollegen mit dem ganzen Kram jetzt 3 Wochen alleine zu lassen. Netterweise versucht er mir das schlechte Gewissen auszureden.

Ich arbeite so vor mich hin und warte nur darauf dass dieser Tag vorbei geht und dass ich im Zug nach Frankfurt sitze und dass ich im Hotel ankomme und dass ich morgen im Flugzeug Richtung Bangkok sitze. Ich bin total durch – psychisch und physisch geht hier nicht mehr viel. Muss ja zum Glück auch nicht, ab morgen habe ich ja Urlaub.

Jetzt sitze ich im Zug nach Frankfurt und gucke Serien. Neben mir sitzt der Chef und versucht noch die letzten Mails zu schreiben. In 3,5 Stunden sollten wir in Frankfurt sein. Dann bloß noch ins Hotelbett fallen.

Im Prinzip kann jetzt natürlich noch einiges schief gehen, aber warum sollte es und überhaupt habe ich für bahnbedingte Dramen heute wirklich keine Nerven mehr.

Ab morgen ist Urlaub. Juchuuu!

Ein Gedanke zu „Urlaubsreif

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