Zahnschmerzen und Punkrock

Heute ist der 5. des Monats – es wird also tagebuchgebloggt.

Seit einiger Zeit wache ich regelmäßig gegen halb vier mit einem Wadenkrampf im rechten Bein auf. So auch heute. Zum Glück konnte ich gleich wieder einschlafen.

Um 6 Uhr klingelte dann der Wecker. Und um 6:05 Uhr. Um 6:10 Uhr raffe ich mich dann auf und stehe auf.

Ich überlege, ob die Zahnschmerzen, die ich seit ein paar Tagen habe, jetzt so schlimm sind, dass ich doch mal zum Zahnarzt sollte.

Duschen, Zähne putzen, Haare föhnen, anziehen, losgehen.

Am Bahnhof kaufe ich Frühstück und Mittagessen fürs Büro und steige dann in die ferientypisch leere S-Bahn. Leider ist das mit der entspannten Bahnfahrt am Morgen ab nächste Woche erstmal vorbei: Bauarbeiten.

Die Zahnschmerzen werden schlimmer.

Kurz vor dem Büro mache ich noch einen Schlenker zum Kaffeeladen. Es ist schön, dass die tägliche Transaktion mittlerweile fast ohne Worte vonstatten geht. „Hallo“, „Danke“, „Schönen Tag noch“.

Im Büro suche ich als erstes einen Zahnarzt, bei dem ich für heute Nachmittag online einen Termin vereinbaren kann. Telefonate mit Menschen in Arztpraxen finde ich anstrengend. Ich werde fündig und buche einen Termin für 16:30 Uhr. Die wirklich sehr hohe Zahnarztdichte in Charlottenburg macht es möglich.

Dann arbeite ich. Hauptsächlich Kleinkram in Vorbereitung auf die nächste Woche. Mittlerweile finde ich, dass das mit dem Zahnarztbesuch doch bitter nötig ist. Zwischendurch lass ich mich noch von einem Mann bei einer Hotline belehren und belehre dann zurück. Wenn man schon mansplained, dann doch bitte richtig.

Kurz nach 16 Uhr fahre ich den Rechner runter und mach mich auf zum Zahnarzt. Laut Internetseite ist er auf Angstpatienten spezialisiert. Nun habe ich gar keine Angst vorm Zahnarzt, sondern bloß überhaupt keine Lust mich dieser eher unangenehmen Situation auszusetzen. Allerdings habe ich auch keine Lust auf Zahnschmerzen.

In der Praxis sind alle freundlich und der Anamnesebogen wird hier nicht auf Papier sondern per Tablet ausgefüllt. Find ich schonmal gut. Ich war im letzten Jahr in vielen Krankenhäusern und Praxen und in der Reha und überall artete das alles in einen regelrechten Papierkrieg aus. Hier nicht.

Der Arzt ist nett und jung und macht Witze und haut eine Betäubungsspritze nach der anderen in meine Wange. Ich spür trotzdem noch was. Wir einigen uns darauf, dass das schon geht und er bohrt und füllt und ich hoffe, dass sich die Schmerzen damit erledigt haben werden. Insgesamt war das alles gar nicht so schlimm. War ja klar.

Ich geh noch schnell bei Edeka die Zutaten für den Kuchen, den ich morgen backen will, kaufen und fahre dann nach Hause. Jetzt wirkt auch die Betäubung richtig.

Zur Sicherheit geh ich auch noch in der Apotheke vorbei: nicht dass die Zahnschmerzen wieder da sind, wenn die Betäubung nachlässt.

Später geh ich mit dem Mitbewohner, dem Chef, Freund R. und dem Exmitbewohner auf ein Konzert, vorher sollte ich dringend was essen. Das ist allerdings schwierig, mit dem betäubten Gesicht. Irgendwie klappts aber doch und somit habe ich auch eine Grundlage für das Bier, was ich nachher zu trinken gedenke.

Ich verlinke jetzt noch diesen Beitrag und stimme mich schon mal auf die beste Coverband der Welt ein.

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