Der Urlaub ist seit knapp zwei Wochen vorbei – hier ist also wieder Alltag angesagt. Und weil heute der 5. April ist, interessiert Frau Brüllen sich dafür, was ich eigentlich den ganzen Tag so mache.

Um 6 Uhr klingelt der Wecker. Ich komme die ganze Woche schon äußerst schwer aus dem Bett. Ich nehme an das liegt an einer Mischung aus Zeitumstellung und Birkenpollen. Jedenfalls springe ich nicht sofort aus dem Bett, sondern bleib noch 10 Minuten liegen. Dann schaffe ich es auch meine Augen soweit zu öffnen, dass ich die Matheaufgaben sehen kann, die ich lösen muss um meinen Wecker auszustellen.

Um 6:10 Uhr schlurfe ich ins Bad. Duschen, fönen, Zähne putzen, anziehen, schminken, Essen aus dem Kühlschrank holen und los. Wenn es jetzt erst 6:55 Uhr wäre, dann würde ich die S-Bahn erreichen, die ich eigentlich immer nehme. Da es auf meinem Arbeitsweg aber einen luxuriösen 5-Minuten-Takt gibt, ist es nicht so schlimm, dass ich nicht ganz pünktlich loskomme.

7:35 Uhr – mit dem Luxus ist es vorbei. Ich stehe auf einem sehr vollen U-Bahnhof. Er ist so voll, dass offenbare mehrere Bahnen ausgefallen waren. Die nächste soll aber laut Anzeige gleich kommen.

7:42 Uhr – die Bahn kommt und ich brauche gar nicht erst versuchen mich da hineinzuquetschen.

5 Minuten später quetsche ich mich in die nächste Bahn und habe für die nächsten drei Stationen Spaß mit Menschen.

Mir ist schon klar, dass das hier Jammern auf hohem Niveau ist. Im 5-Minuten-Takt quasi.

Ich kaufe mir einen Kaffee und sitze kurze Zeit später ordentlich koffeiniert an meinem Schreibtisch. Dort schreibe ich dann lange Texte und kurze Newsletter zu einem mäßig spannenden Thema.

Mittags telefoniere ich privat mit dem Kundenservice eines Lebensmittellieferdienstes. „Normalerweise kommt dann gleich eine E-Mail“ „Es ist aber keine E-Mail angekommen. Deshalb habe rufe ich ja an.“ „Es kommt eigentlich immer gleich eine E-Mail.“… Ich habe ihn dann davon überzeugen können die Mail nochmal zu versenden.

Ich arbeite noch ein bisschen und gehe dann um 15:30 Uhr (ein bisschen früher als sonst) nach Hause.

Dort angekommen stelle ich mich auf den Balkon des Mitbewohners und trainiere ein Spracherkennungssystem. Das heißt ich spreche ca. 40 Minuten lang sehr seltsame Begriffe / Namen ins Telefon. Auf dem Balkon bin ich, weil für das Training Hintergrundgeräusche gewünscht waren.

Es ist jetzt 17:30 Uhr und ich verschnaufe ne Runde auf meiner Couch, bevor ich mich so spannenden Tätigkeiten wie Bett beziehen, Blumen gießen und Flecken aus weißen Hemden entfernen widme.

Dann vereinbare ich noch einen Termin bei einer Fahrschule – ich bin seit Ewigkeiten nicht mehr Auto gefahren und nun nicht sicher ob ich das noch kann. Da dachte ich mir, ich übe das mal unter professioneller Aufsicht. Übernächste Woche geht es los.

Es ist 19 Uhr und ich esse was und stelle fest, dass der Tag eigentlich auch für mich durch ist. Allerdings muss ich noch warten bis meine Wäsche fertig ist (die weißen Hemden) und dann geh ich ins Bett und höre vielleicht noch nen Podcast oder so.