So war’s gewesen – Frühlingsgefühle

Ich will ja nicht immer nur bloggen wenn ich im Urlaub bin. Sondern auch mal den langweiligen Alltag festhalten und vielleicht kommt mir ja doch hin und wieder ein interessanter Gedanke.

Dies ist nun der Versuch eines Wochenrückblicks. Vielleicht ist es sogar der Versuch eines regelmäßigen Wochenrückblicks, wer weiß.

Montag, 01. April 2019

Der seit letzter Woche angekündigte Streik der Berliner Verkehrsbetriebe war leider kein Aprilscherz. Der Chef und ich fuhren deswegen mit dem Bulli ins Büro und stellten fest, dass wir mit den öffentlichen Verkehrsmitteln (ohne Streik) schneller sind. Warum fahren bloß so viele Leute (in Berlin) freiwillig mit dem Auto zur Arbeit?

Wäre sie nicht schon vor Jahren gestorben, hätte meine Oma Erika heute Geburtstag. Schade, dass ich nun nicht bei ihr an der Kaffeetafel sitzen kann.

Darüber hinaus war Montag der Tag, an dem die Birkenpollen sich zum ersten Mal in diesem Jahr bei mir bemerkbar gemacht haben. An denen werde ich jetzt die nächsten 6 Wochen oder so viel Freude haben.

Blüten von Birken

Dienstag, 02. April 2019

Die Umstellung auf Sommerzeit zusammen mit den blöden Birkenpollen sorgen dafür, dass ich morgens nicht aus dem Bett komme. Müüüde!

Ich stehe natürlich trotzdem auf, dusche, ziehe mich an und ramme mir dann mit Schwung das Mascara-Bürstchen ins Auge. Aua!

Im Büro habe ich mir eine ganze Menge Arbeit eingehandelt / aufgehalst, aber nun gut. Draußen schien die Sonne, dabei war doch für die ganze Woche schlechtes Wetter vorhergesagt.

Nach der Arbeit habe ich meinen Opa im Krankenhaus besucht. Er ist 91 Jahre alt und hat sich bei einem Sturz den Oberschenkel verletzt. Es wurde dann ein recht kurzer Besuch, denn nach „Was gibt es Neues? “ und „Geht es allen gut? “ hat er mich auch schon wieder rauskomplimentiert. Hach Opa…

Mittwoch, 03. April 2019

Bin wieder sehr schwer aus dem Bett gekommen. In der Bahn zum Büro habe ich gelernt, dass auf meinem Arbeitsweg ab Montag für 6 Wochen gebaut wird. Sooo schlimm ist das nicht, es gibt Alternativen. Die dauern auch nicht länger, sind aber morgens voller.

Dann Arbeit. Inklusive Telefonkonferenz, Mittagessen und Ärgern über Kollegen.

Draußen ist es schon wieder sonnig und riecht sehr nach Frühling. Menschen sitzen draußen und trinken Kaffee. Der Lieblingsmitbewohner hat Frühlingsgefühle.

Zu Hause angekommen identifiziere ich mich für meine neue SIM-Karte per Videoident. Das geht recht schnell und schmerzfrei. Ich finde Videoanrufe fast immer blöd und anstrengend – hier ging es. Auf jeden Fall besser als eine Postfiliale aufzusuchen und dort dann ewig rumzustehen.

Donnerstag, 04. April 2019

In meinem Büro wurden gestern nachmittag die Fenster geputzt und so erfreue ich mich von meinem Schreibtisch aus an Sonne und blühenden Blümchen. Bis die Sonne dann direkt ins Fenster scheint und ich ich die Jalousien zumachen muss.

Arbeit, Arbeit, Arbeit und zwischendurch über einen Dinosaurier als Haustier nachdenken: The pros and cons of owning a pet dinosaur .

Nach der Arbeit war ich mit dem Chef Burger essen und danach haben wir uns an der „Bier-Tanke“ Fassbier in Flaschen abfüllen lassen. Jetzt habe ich meine erste Bonuskarte für Bier.

Freitag, 05. April 2019

Der Tag ist ziemlich ausführlich hier dokumentiert: https://hungryfreaks.de/alltag/

Samstag, 06. April 2019

Schon gestern Abend hatte ich beschlossen das samstägliche Sportprogramm auf Sonntag zu verschieben. Ich wollte es ganz ruhig angehen lassen. Ausschlafen, ein etwas ausgedehnteres Körperpflegeprogramm „absolvieren“, frühstücken (gehen) und dann auf die Lieferung vom Lebensmittellieferdienst warten.

Bis frühstücken lief alles ganz entspannt und wie geplant. Als ich nach dem Frühstück zurück in die Wohnung wollte, stellte sich heraus, dass ich meinen Schlüssel vergessen hatte. Und dass ausgerechnet heute keiner meiner vier Mitbewohner und Mitbewohnerinnen zu Hause ist. Zwei sind nicht mal in Berlin. Und in wenigen Minuten kommt die Lebensmittellieferung. Die ich eigentlich hauptsächlich bestellt hatte, damit der Liefermensch meine Pfandflaschen mitnimmt und ich die nicht durch die Gegend schleppen muss (ich bin so clever manchmal).

Der Liefermensch war dann auch gar nicht traurig, dass er die Lebensmittel nicht in den 3. Stock und die Pfandflaschen runter schleppen musste.

Papiertüten mit Lebensmitteln

Es war gerade 12:30 Uhr, ich stand mit mehreren Tüten Lebensmitteln unten vor der Haustür. Frühestens um 18 Uhr würde hier jemand mit nem Wohnungsschlüssel auftauchen. Immerhin hatte ich fast keine Tiefkühlprodukte bestellt (nur ein paar Erbsen). Zum Glück wohnt der Chef nicht weit. Er kam dann mit dem Bulli vorbei, wir luden die Lebensmittel ein und fuhren nach Schöneweide. So konnten wir endlich mal den Mitbewohner M. bei der Arbeit besuchen. Der gab mir dann seinen Schlüssel mit und ich konnte doch schon vor 18 Uhr wieder in die Wohnung. Juchuu.

Abends hat mich Mitbewohnerin I. auf den aktuellen Stand der Dinge gebracht, was ihr Liebesleben angeht. Ich betrachte das ja ein bisschen als meine persönliche Soap-Opera. Dr. Gyn wurde jetzt rausgeschrieben (immerhin musste er nicht sterben). Der hat den einen oder anderen schönen Seifenopernmoment beigetragen. Bleibt noch ein stark tätowierter Engländer mit vielen Problemen und wenig Zeit.

Sonntag, 07. April 2019

Ich wache früh auf, frühstücke früh und raffe mich früh auf mein gestern verschobenes Sportprogramm nachzuholen. Schon kurz vor 9 Uhr stehe ich mit meinen Nordic-Walking-Stöcken am S-Bahnhof Treptower Park und marschiere los.

Ich kann nun berichten, dass alle Vögel schon da sind, alle Vögel, alle. Sie zwitscherten und piepten wie verrückt.

Zu der frühen Uhrzeit ist im Park und auch im Plänterwald nicht viel los. Ein paar Menschen mit Kind, ein paar Menschen mit Hund und ein paar Menschen beim Sport. Dafür riecht es wie verrückt nach Bärlauch.

Waldweg im Frühling

Erst gegen Ende meiner Runde wird es ein bisschen voller und vor allem dreckiger. Die Grillsaison ist offenbar eröffnet und damit auch die Müllsaison. Letzte Woche gab es noch eine große Aufräumaktion an der gleichen Stelle, davon ist heute nichts mehr zu sehen.

An Deck eines Schiffs mit dem schönen Namen „Horst Günther“ stehen ein paar junge Frauen. Sie geben alle gleichzeitig seltsame Laute von sich und verrenken sich dabei. Irgendwann fangen sie auf ein Zeichen hin alle gleichzeitig an laut zu lachen. Mit einem Grinsen im Gesicht walke ich weiter. Dit is Berlin.

Der Rest des Tages schwappert schön entspannt bei Sonnenschein vor sich hin. Zum Mittag gibt es Salat mit Blümchen, dann wird der Herd geputzt bevor ich mit dem Chef ein Eis essen gehe. Ich setze mich draußen auf eine Bank und lese mein Buch fertig. Und dann ist die Woche auch so gut wie rum.

Ist gar nicht schlecht gewesen, die Woche.

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